


Johann Jacob Christoph von Grimmelshausen, der als größter deutscher Dichter der Barockzeit in die Geschichte einging, wurde um 1621/1622 in Gelnhausen geboren. Während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges kam er auf mehreren Stationen ins Badische. Im Jahre 1648 heiratete er in Offenburg. Dort arbeitete er als Schaffner bei dem Adelsgeschlecht der von Schauenburg sowie an der Ullenburg bei Tiergarten. Nach seiner Tätigkeit als Gastwirt im „Silbernen Stern“ zu Gaisbach wurde er 1667 Schultheiß in Renchen. Seine Amtszeit war von mancherlei Schwierigkeiten durchzogen. Gleichzeitig war es der Höhepunkt seines literarischen Schaffens. Die Erstausgabe seines bedeutendsten Werkes „Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“ erschien 1668 nach seinem ersten Amtsjahr in Renchen. Im Folgenden verfasste er die Schriften „Courasche“, „Springinsfeld“ und „Wunderbarliches Vogelnest“. Grimmelshausen starb 1676 während des Kriegsdienstes und geriet zunächst in Vergessenheit. Erst 200 Jahre später wurden seine Werke wieder bekannt. Ihm wurde von Amand Goegg 1879 ein Denkmal gesetzt.
An Johann Jacob von Grimmelshausen wird in Renchen an vielen Stellen erinnert: das im Jahr 1998 eingeweihte Simplicissimus-Haus, die 1977 von Giacomo Manzù geschaffene Grimmelshausenstatue aus Bronze auf dem Rathausplatz, der blaue Mummelseebrunnen und die bronzene Fabeltierskulptur. Das vielfältige Erbe wird durch die Stiftung Grimmelshausenarchiv und den Förderverein Grimmelshausenfreunde e.V., der Träger des Simplicissimus-Hauses ist, bewahrt und gepflegt.